Geschichte der SPD

100 Jahre SPD in Güntersleben

2019-09 | 100 Jahre SPD Güntersleben
Ein rauschendes Fest

Die älteste politische Vereinigung in Güntersleben, der SPD Ortsverein, wurde vor 100 Jahren gegründet. Anlass genug, die Verdienste dieser Partei angemessen zu würdigen. Viele Monate Vorbereitung waren erforderlich, ehe die beiden Moderatorinnen Angelika Hechelhammer und Heike Spitznagel eine große Anzahl von Gästen aus nah und fern begrüßen konnten. Adrett in roten Kleidern führten sie souverän durch das umfangreiche Programm.

Die 1. Bürgermeisterin Klara Schömig ließ es sich nicht nehmen, in ihrem Grußwort der SPD Fraktion im Gemeinderat für frühere und aktuelle Mitarbeit zu danken. Ohne das Engagement der Sozialdemokraten wären viele Einrichtungen der Gemeinde nicht möglich gewesen. Die sachliche und konstruktive Art bei Entscheidungen hob sie besonders hervor.

Mit großem Applaus wurde der aus Goslar angereiste Sigmar Gabriel empfangen. Der ehemalige Bundesvorsitzende der SPD, Bundesaußenminister, Minister für Umwelt und Wirtschaftsminister zog die Versammlung mit seiner Festrede sofort in seinen Bann. In gewohnt freier Rede berichtete er von den Kämpfen der SPD für Freiheit und Mitbestimmung und das damit verbundene Engagement der Mitglieder. In diesem Zusammenhang nannte er auch den Widerstand der SPD gegen die NSDAP nach deren Machtübernahme. Als Mann deutlicher Worte rief er die Genossen auf, sich verstärkt mit den Anliegen der Bürger zu beschäftigen und gemeinsam Probleme zu lösen. Statt gegenseitiger Schuldzuweisungen scheint es nach seiner Meinung eher erfolgversprechend, die zweifellos großen Erfolge der politischen Arbeit in der Öffentlichkeit besser zu dokumentieren. Zurecht wurde Sigmar mit stürmischem Applaus und zur Erinnerung mit einer Flasche Säubirlesbrand belohnt.

1919 | Ansicht Güntersleben
Güntersleben um 1919

Der ehemalige SPD Gemeinderat Dr. Walter Kolb führte die Teilnehmer in einer temperamentvollen Zeitreise durch die politische Vergangenheit des Ortsvereins von 1919 bis 1990. Dabei rief er die sensationelle Wahl des ersten SPD Bürgermeisters Anton Kilian in den Jahren 1924 und 1929 in Erinnerung. Hochachtung verdienten die Genossen im Jahre 1933, als sie aufgefordert wurden, der NSDAP beizutreten. Alle SPD Mitglieder legten damals ihr Mandat nieder, die konservativen Räte traten fast ausnahmslos der NSDAP bei. Nach 1945 stand die SPD auf verlorenem Posten, bis 1966 Alfons Müller die Wahl gewann und mit einer Mehrheit bis 1990 die Geschicke der Gemeinde leitete. Sein beispielloses Schaffen bescherte den Bürgern in 24 Jahren den Erhalt der Selbständigkeit und viele Einrichtungen der Daseinsfürsorge, besonders die Schaffung von beispielhaften Sportanlagen.

Anschaulich beschäftigte sich der aktuelle Gemeinderat Gerhard Möldner mit der Arbeit der SPD nach der Ära Müller. Diese ist gekennzeichnet durch Verlust des Bürgermeisterpostens und der Mehrheit im Rat von 1990 bis jetzt. Die Zeit der absoluten Mehrheit war vorbei und die nun drei Fraktionen waren gezwungen, mehr Umgang und Transparenz miteinander zu pflegen. Das ging anfangs nicht ohne Reibungsverluste. Die SPD Fraktion zog sich aber nicht zurück, sondern setzte alle Kraft dafür ein, durch konstruktive Vorschläge und Mitarbeit die Gemeinde voranzubringen. So konnten viele soziale Projekte realisiert werden. Exemplarisch seien hier genannt, Haus der Generationen, Mittagsbetreuung als Hort und Kinderkrippe. Die Sanierung der Sporthalle und des Vereinsheims konnten unter intensivster Mithilfe unserer Gruppierung und mit erheblicher „Muskelhypothek“ des TSV geschafft werden. Die Anstrengungen um die zweite Hausarztpraxis hat die Fraktion intensiv unterstützt. Mit dem Appell an die Verantwortlichen schloss Gerhard Möldner seine Ausführungen in der für ihn typischen offenen Art „Schaut den Leuten aufs Maul und nehmt ihre Probleme ernst.

Der aktuelle Fraktionssprecher der SPD im Gemeinderat, Maximilian Beck, berichtete von der Arbeitsweise im Ortsverein und in der Fraktion, die von einem fairen und sachlichen Umgang untereinander und mit anderen politischen Gruppierungen geprägt ist. Soziale Themen liegen uns besonders am Herzen. Dazu gehören die optimale Versorgung der Kinder und in der Zukunft auch eine dauerhafte betreute Wohnform für Senioren, möglichst ergänzt durch einen Kindergarten. Wir prüfen viele Möglichkeiten des Naturschutzes, die Verbesserung des Radweges im Ochsengrund und die Förderung von Photovoltaikanlagen. An Jugendliche gewandt formulierte er: „Verschafft Euch Gehör, bringt euch ein, übernehmt Verantwortung und überlasst extremen Meinungen, von welchem Rand auch immer, nicht das Feld.

Die Schlussworte von Volker Halbleib, Abgeordneter im Bayerischen Landtag, sind als Ansporn für die zukünftige Arbeit zu verstehen: Beispielhafte Organisation, einzigartige Festschrift und fleißige Helfer für die Verpflegung. "Ich gratuliere Euch, Euer Engagement ist vorbildlich, weiter so!"

Geschichte der deutschen Sozialdemokratie

Sie ist der Stolz der SPD - Die Fahne vom Juni 1863

Als Sozialdemokraten blicken wir auf die längste Parteiengeschichte in Deutschland zurück. Darauf sind wir stolz. Nachstehende Links führen zu interessanten Websites zum Thema.

Ein besseres Land kommt nicht von allein

Vorsitzende des Ortsvereins seit 1919

  • 1919 - 1934 Karl Breunig
  • 1946 - 1960 Andreas Issing
  • 1966 - 1970 Dieter Ruck
  • 1970 - 1982 Manfred Mainka
  • 1982 - 1984 Paul Breunig
  • 1984 - 1988 Werner Müller-Haslach
  • 1988 - 1989 Werner Degen
  • 1989 - 2002 Hedwig Müller-Haslach
  • 2002 - 2006 Dieter Ruck
  • 2006 - 2008 Angelika Hechelhammer
  • 2008 - 2017 Dieter Menth
  • 2017 - 2019 Doris Haslach-Götz (Vertretung)
  • 2019 - Angelika Hechelhammer, Stefan Mainka

Ergebnisse Bürgermeisterwahlen von 1946 bis 2017

  • 1946 Fritz I. CSU (61,1%), Knorz, KPD (34,9%)
  • 1948 Kunzemann CSU, Geißler SPD (59,4%), Knorz KPD (Stichwahl) (40,6%)
  • 1952 Kunzemann CSU (73,1%), Fischer SPD (26,9%)
  • 1956 Kunzemann CSU (67,2%), Werner SPD (32,8%)
  • 1960 Kunzemann CSU (54,8%), Müller SPD (45,2%)
  • 1966 Müller SPD (65,5%), Kunzemann CSU (34,5%)
  • 1972 Müller SPD (71,4%), Amend CSU (28,6%)
  • 1978 Müller SPD (56,6%), Lother CSU (43,4%)
  • 1984 Müller SPD (57,5%), Dr. Ziegler CSU (42,5%)
  • 1990 Dr. Ziegler UWG (56,5%), Ruck SPD (43,5%)
  • 1996 Dr. Ziegler UWG (57,2%), Dr. Kolb SPD (42,8%)
  • 2002 Struch UWG (59,4%), Hörr CSU (40,6%)
  • 2005 Joßberger UWG, Frühwirt CSU (54,3%), Melching SPD (Stichwahl) (45,7%)
  • 2011 Joßberger UWG (57,7%), Menth SPD (26,2%), Neuland (16,0%)
  • 2017 Schömig UWG (54,3%), Freudenberger CSU (45,7%)